Wie sieht es bei Ethereum 2.0 aus?

Ethereum 2.0 beschreibt ein großes Update der Ethereum-Blockchain, welches das Netzwerk sicherer, nachhaltiger und skalierbarer machen soll. Vor fünf Jahren entstand mit Block #0 der Genesis-Block auf der Ethereum-Blockchain und somit begann der Erfolgszug der zweitgrößten Kryptowährung. Mehr als fünf Jahre tüftelt das Team um Vitalik Buterin nun an der "Blockchain der zweiten Generation". Was ist seitdem geschehen und was hat Ethereum in der Zukunft vor? Zeit uns Ethereum einmal genauer anzusehen.

Update 30.11.2020

Ethereum 2.0 startet offiziell mit der Beacon Chain und Phase 0 am 01.12.2020. Auf die Vertragsadresse wurden Ether in Wert von über eine halbe Milliarden US Dollar eingezahlt. Ether auf der Vertragsadresse werden mit dem Genesis-Block am 01.12.2020 für mehrere Jahre eingefroren. Dafür wird die gleiche Anzahl an Token (Ether2) auf der Beacon-Chain erstellt. Bereits ab dem Genesis-Block startet PoS und Staking auf der Beacon-Chain.

Ethereum 2.0 Release

In meinem ersten Artikel über Ethereum habe ich die verschiedenen Entwicklungsstufen beschrieben. Stufe 0-3 Sind mittlerweile abgeschlossen und wir stehen vor der letzten Entwicklungsstufe Serenity. Die jetzige Phase Metropolis brachte einen großen Schritt Richtung Anwendungen für den Mainstream (Stichwort ICO und DeFi).

Ethereum 2.0 in mehreren Phasen

Die finale Phase Serenity wird mittlerweile auch Ethereum 2.0. genannt. Das Update ist so groß, dass es in mehreren Unterphasen durchgeführt werden soll. Die größte Änderung bei der Umstellung auf Ethereum 2.0. ist der Wechsel von Proof-of-Work (PoW) zu Proof-of-Stake (PoS).

Phasen

  • Phase 0: Erstellt die Beacon Chain (Eth2), die parallel zu der Legacy Ethereum Chain (Eth1) laufen wird. Auf der Beacon Chain wird bereits PoS Anwendung finden.
  • Phase 1: Stellt Shard-Chains vor. Shard-Chains (Fragmentierung der Daten auf der Blockchain) werden in Zukunft für höhere Skalierbarkeit sorgen. Shard-Chains werden hier noch getestet.
  • Phase 2: Shard-Chains werden auf die bestehenden Chains "live" gestellt. Eth1 könnte dann ein "Shard-Chain" von Eth2 werden.

Ethereum 2.0 Staking

Bereits ab der Phase 0 von Ethereum 2.0. wird es möglich sein, seine Ether zu staken und Ether dafür zu erhalten. Hierzu muss man ein Validator sein. Ab 32 Ether kannst du ein Validator sein und anfangen zu staken, allerdings nur auf der Beacon-Chain. Und hier kommt der Haken, jedenfalls in der Phase 0.

Ether staken in der Beacon-Chain

Wenn du staken willst, musst du mindestens 32 Ether von der Legacy Ethereum Chain (Eth1) auf die Beacon-Chain (Eth2) eintauschen. Dies geschieht mittels Smart Contract und deine Eth1 Ether sind nun erstmal eingefroren. Eth2 kannst du zum Staken benutzen und du erhälst dann auch Eth2 Ether als Belohnung für das Staken.

Schauen wir uns doch mal an wie hoch diese Staking Rewards sind. Die Staking Rewards sind dynamisch und hängen von Gesamtanzahl der Validatoren auf der Beacon Chain zusammen. Je mehr Validatoren es gibt, desto mehr Ether2 ist auf der Beacon Chain gelockt und je geringer wird auch der jährliche Staking Rewards pro Validator. Zurzeit sind es vernünftige 8-9%, die aber tendenziell eher fallen als gleich bleiben.

Nun bleibt die Eth1 Chain in dieser Phase der Mittelpunkt aller Operationen (Smart Contracts, DApps, etc.), sodass die Eth2 Ether in dieser Phase nur zu wenig zu gebrauchen sind. Da Eth2 zukünfig die Hauptkette wird, musst du hier also Geduld haben. Besitzt man über 32 Ether gilt es sich zu entscheiden, ob man bereits in Phase 0 staken will und so mehr Ether "sammeln" kann oder man die Möglichkeit haben möchte Eth1 Ether zu handeln und zu benutzen (DeFi, DApps, etc.). Ich empfehle an dieser Stelle die offizielle Dokumentation dazu zu lesen.

Staking Rewards

Die Staking Rewards sind dynamisch und hängen von Gesamtanzahl der Validatoren auf der Beacon Chain zusammen. Je mehr Validatoren es gibt, desto mehr Eth2 ist auf der Beacon Chain gelockt und je geringer wird auch der jährliche Staking Rewards pro Validator. Zurzeit sind es 8-9%, die aber tendenziell eher fallen als gleich bleiben.

Risiken Staking als Validator

  1. Nicht planbare, dynamische Rendite (tendenziell eher abnehmend)
  2. Eth1 sind gelockt und können nicht mehr verwendet werden. Du kannst diese weder für DeFi einsetzen noch verkaufen, wenn der Preis von Eth1 zum Mond schießt.
  3. Das Aufsetzen eines Validatoren Knoten erfordert technisches Grundverständnis, die für viele wahrscheinlich zu komplex sind

Staking auf Kryptobörsen

Aber keine Sorge, du musst kein Techie oder Ethereum Wal sein, um am Staking teilzunehmen. Viele Kryptobörsen haben diese Schwierigkeiten und Risiken erkannt und bieten Pool Staking für ihre Kunden an. Die Börsen agieren dann als Validator mit den Ether Token ihrer Kunden.

Binance und Kraken sind hier zu empfehlen. Hier wird Staking für Nutzer sehr einfach angeboten, ohne sich mit den technischen Themen auseinander zu setzen. Zusätzlich kann man hier auch die gestakten Eth2 handeln. Diese Staking Märkte sind begrenzt auf die Börse und sehr limitiert, aber es ist möglich.

Natürlich möchte ich auch noch erwähnen, dass die Tokens damit für bis zu zwei Jahre auf der Börse bleiben können. Das hat auch wieder ganz andere Risiken, worauf ich in einem separaten Artikel über Sicherheit eingegangen bin.

Fazit: Ethereum 2.0 noch im Jahr 2021?

Häufiger hat Ethereum schon seine geplanten Updates verschieben müssen. Der letzte Schritt ist ein wirklich ambitioniertes Update. Meiner Meinung nach sollte hier Sicherheit vor Geschwindigkeit gehen, denn ein Designfehler beim Wechsel auf eine komplett andere Blockchain und Konsensalgorithmus wäre fatal und könnte die aufstrebenden und massiv genutzten Anwendungsfälle von Ethereum (DeFi, ICOs) auf eine andere Smart Contract Plattform wechseln lassen. Cardano und Polkadot sind hier zu nennen. Noch hat Ethereum aber einen Vertrauens- und Adaptionsvorsprung. Sollte das Update auf Ethereum 2.0. ohne größere Fehler gelingen, sieht die Zukunft von Ethereum rosig aus.

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Marco Schneekluth

Autor

Marco Schneekluth
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Blogger und Bitcoin-En­thu­si­ast. Ich beschäftige mich seit 2014 mit Kryptowährungen. Der freiheitliche, philosophische Gedanke von Bitcoin hat mich zuerst begeistert, doch erst einige Zeit später habe ich das Potential in der Blockchain-Technologie verstanden. Mein Ziel ist es euch das Investieren und den Nutzen von Kryptowährungen auf eine einfache Weise näher zu bringen.