Crypto.com Review

Marco Schneekluth
5. Februar 2026
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Bewertung Crypto.com

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Bedienung

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Crypto.com hat sich mit aggressivem Marketing und einer omnipräsenten Marke (von der Formel 1 bis zur Crypto.com Arena in LA) zu einer der bekanntesten Krypto-Plattformen weltweit entwickelt. Doch hinter dem Hype steckt ein gewaltiges Ökosystem, das weit mehr ist als nur eine Börse: Es ist eine Kombination aus Broker-App, Exchange, Bank-Alternative mit Visa-Karte und DeFi-Wallet.

Dieses Review beleuchtet, ob die Plattform hält, was sie verspricht, wie hoch die Gebühren im Vergleich zur Konkurrenz wirklich sind und ob sich die Visa-Karte auch 2026 noch lohnt.

Geschichte und Hintergrund von Crypto.com

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2016 unter dem Namen Monaco mit der Vision, „Kryptowährung in jede Brieftasche“ zu bringen („Cryptocurrency in Every Wallet“). Nach einem Rebranding zu Crypto.com im Jahr 2018 begann der rasante Aufstieg. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Singapur, doch für europäische Nutzer ist die starke Präsenz in der EU entscheidend.

Crypto.com betreibt seinen europäischen Hauptsitz mittlerweile in Paris und operiert für EU-Kunden primär über Lizenzen in Malta (Foris DAX MT Limited). Damit positioniert sich das Unternehmen, ähnlich wie andere große Plattformen, klar als regulierter Akteur, der die kommenden MiCA-Regulierungen der EU vollumfänglich erfüllt. In Deutschland war Crypto.com zeitweise über Partnerschaften aktiv, setzt nun aber voll auf den EU-Passporting-Ansatz über Malta, was Nutzern hierzulande Rechtssicherheit bietet.

Mit über 80 Millionen Nutzern weltweit gehört die Plattform zu den „Big Playern“ und ist oft einer der ersten Anlaufstellen für Einsteiger, die ihre ersten Bitcoin per App kaufen wollen.

Einzahlungen und Auszahlungen

Einer der größten Pluspunkte von Crypto.com ist die nahtlose Anbindung an das traditionelle Finanzsystem. Für deutsche Nutzer ist vor allem die SEPA-Überweisung relevant.

  • Fiat-Einzahlungen: Du kannst Euro bequem per SEPA an deine persönliche IBAN bei Crypto.com senden. Diese Einzahlungen sind in der Regel kostenlos und dauern meist 1 bis 2 Werktage (oft sogar schneller bei Echtzeitüberweisung).
  • Kreditkarte: Der Sofortkauf von Krypto per Kreditkarte ist möglich, aber teuer. Hier fallen oft Gebühren zwischen 2,99% und 3,99% an (abgesehen von temporären Aktionen für Neukunden, wo die ersten 30 Tage oft gebührenfrei sind).
  • Auszahlungen: Euro-Auszahlungen zurück auf dein Bankkonto sind ebenfalls per SEPA möglich und gebührenfrei.

Krypto-Auszahlungen auf eine externe Wallet sind natürlich möglich, jedoch sind die Auszahlungsgebühren (Withdrawal Fees) bei Crypto.com im Vergleich zu anderen Börsen oft etwas höher und bestehen aus pauschalen Beträgen (z.B. oft 0.0004 bis 0.0005 BTC für Bitcoin), unabhängig vom Überweisungswert.

Gebührenstruktur

Hier muss man bei Crypto.com stark differenzieren, da es zwei Plattformen gibt: die Haupt-App und die Exchange.

1. Die App (Broker)

In der blauen Crypto.com App gibt es offiziell „keine Gebühren“. Das ist jedoch irreführend und intransparent, da hier mit einem Spread (Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis) gearbeitet wird. Dieser kann je nach Marktvolatilität zwischen 1,5% und 3% liegen. Für den schnellen Kauf ist das bequem, für Trader aber auf Dauer zu teuer.

Direktkauf über den Broker ist sehr einfach und bequem möglich

2. Die Exchange (Börse)

Wer günstiger handeln will, nutzt die separate Crypto.com Exchange (Web oder eigene App). Die Gebühren sind hier transparent, liegen aber mittlerweile über dem Industriedurchschnitt von günstigen Konkurrenten wie Bitvavo oder OKX.

  • Standard-Gebühr (Level 1): 0,25% Maker / 0,50% Taker.
  • Rabatte: Durch das Locken (Staken) von CRO (dem hauseigenen Token) können die Gebühren drastisch gesenkt werden. Wer z.B. 50.000 CRO staked, zahlt 0% Maker-Gebühren.

Fazit zu Gebühren: Ohne CRO-Staking ist Crypto.com im Vergleich eher teuer. Mit Staking und Nutzung der Exchange wird es kompetitiv.

Handelsmöglichkeiten

Der Umfang an handelbaren Werten ist gigantisch. Crypto.com listet über 350 Kryptowährungen, darunter viele Altcoins und Memecoins, die man bei strengeren deutschen Börsen oft vergeblich sucht.

  • Spot Trading: Der Fokus liegt auf dem Spot-Markt. Es gibt zahlreiche Handelspaare, auch direkt gegen EUR oder die Stablecoins USDC/USDT.
  • Derivate & Futures: Während Crypto.com international und für institutionelle EU-Kunden Derivate anbietet, ist dieser Bereich für deutsche Privatkunden aufgrund der Regulierung (BaFin/MiCA Einschränkungen für Futures) oft eingeschränkt oder gar nicht in der App sichtbar.
  • Earn (Staking): Crypto.com bietet ein umfangreiches „Earn“-Programm. Hier kannst du Zinsen auf deine Coins erhalten. Die Raten für Coins wie Polkadot (DOT) oder Stablecoins sind attraktiv, wurden für Top-Coins wie BTC und ETH in den letzten Jahren jedoch etwas reduziert und mit Obergrenzen (Tier 1 / Tier 2 Quoten) versehen.

Die Crypto.com Visa Karte

Das „Herzstück“ und Alleinstellungsmerkmal des Angebots. Es handelt sich um eine Prepaid-Visa-Karte, die du mit Euro oder Krypto aufladen kannst. Um die besseren Karten zu erhalten, musst du CRO-Token für 180 Tage festlegen (staken).

Die Konditionen und „Level Up“-Belohnungen wurden für 2025/2026 angepasst:

  1. Midnight Blue (0€ Stake): Praktisch keine Rewards mehr (0% Cashback). Eher eine reine Prepaid-Karte.
  2. Ruby Steel (350€/400€ Stake): Bietet 2% Cashback (in CRO), jedoch oft gedeckelt auf z.B. 25 USD pro Monat. Spotify-Rabatte sind für neue Level-Up-Stufen oft zeitlich begrenzt (z.B. erste 6 Monate).
  3. Royal Indigo / Jade Green (3.500€/4.000€ Stake): Der „Sweetspot“ für viele. 3% Cashback (gedeckelt auf ca. 75 USD/Monat), LoungeKey™ Zugang für Flughäfen und Erstattung für Spotify/Netflix (zeitlich begrenzt je nach Status). Zudem gibt es 4% p.a. Zinsen auf den gestakten Betrag.
  4. Icy White / Rose Gold (35.000€/40.000€ Stake): Für Vermögende. 4-5% Cashback (ungedeckelt), LoungeKey + 1 Gast, Amazon Prime Rabatt und höhere Zinsen auf den Stake.

Hinweis: Die Rewards werden in CRO ausgezahlt. Fällt der CRO-Kurs, sinkt der Wert deines Cashbacks. Steigt er, profitierst du doppelt.

Crypto Baskets: Einfache Diversifikation per Klick

Eine Besonderheit der Crypto.com App sind die sogenannten Crypto Baskets. Dieses Feature richtet sich an Nutzer, die ihr Portfolio breit streuen möchten, ohne jeden Coin einzeln kaufen zu müssen. Ähnlich wie bei thematischem Investieren ermöglicht es den Kauf einer ganzen Gruppe von Kryptowährungen mit nur einer einzigen Transaktion.

  • Themen-Baskets: Es stehen diverse vorgefertigte Baskets zur Verfügung, die nach aktuellen Trends sortiert sind – beispielsweise „AI“ (Künstliche Intelligenz), „GameFi“, „Meme-Coins“ oder „Top Market Movers“.
  • Volle Kontrolle: Im Gegensatz zu einem klassischen Fonds oder ETF werden die Assets nicht gepoolt. Du kaufst die echten Coins, die direkt in deinem Account gehalten werden. Das bedeutet, du kannst jederzeit einzelne Positionen des Baskets verkaufen, aufstocken oder abheben.
  • Custom Baskets: Wer möchte, kann auch seinen eigenen Basket erstellen und die prozentuale Gewichtung der einzelnen Coins manuell festlegen.
  • Auto-Rebalance: Ein starkes Feature für passive Investoren ist das optionale „Auto-Rebalancing“. Dabei schichtet die App das Portfolio periodisch automatisch um, damit die ursprüngliche prozentuale Verteilung der Coins erhalten bleibt.

Auch beim Kauf von Baskets fallen die regulären Handelsgebühren an. Zudem weist Crypto.com darauf hin, dass Diversifikation zwar die Konzentration auf einen einzelnen Vermögenswert verringert, aber das Marktrisiko nicht eliminiert.

Benutzerfreundlichkeit und Design

Crypto.com verfolgt einen „Mobile First“-Ansatz. Die Haupt-App ist extrem poliert, modern und auch für absolute Anfänger verständlich. Man verliert sich nicht in Charts, sondern hat einfache „Kaufen“ und „Verkaufen“ Buttons.

Für Profis ist dies jedoch ein Nachteil: Wer Orderbooks, detaillierte Charts (TradingView) und fortgeschrittene Order-Typen sucht, muss die separate Exchange-App oder die Desktop-Webseite nutzen. Der Wechsel zwischen App (Wallet) und Exchange ist zwar kostenlos und schnell, aber dennoch ein kleiner Bruch in der User Experience.

Sicherheit und Regulierung

In puncto Sicherheit verfügt Crypto.com über Folgendes:

  • Lizenzen: Reguliert in der EU (Malta), USA, Singapur und vielen weiteren Ländern.
  • Sicherheitsstandards: Crypto.com war die erste Krypto-Firma weltweit, die ISO/IEC 27701:2019, ISO 22301:2019, ISO 27001:2013 und Level 1 PCI DSS 3.2.1 Compliance erreicht hat.
  • Proof of Reserves: Die Börse veröffentlicht Nachweise über ihre Reserven (Merkle Tree), um zu zeigen, dass Kundengelder 1:1 gedeckt sind.
  • Versicherung: Es gibt eine hohe Versicherungspolice für den Fall von Hacks der Cold Storage Wallets (nicht für Hacks deines persönlichen Accounts durch Phishing!).

Crypto.com wurde bereits zwei Mal gehackt, wodurch u.A. auch Kundengelder gestohlen wurden (2022 wurden Werte im Gegenwert von zirka 33,7 Millionen USD gestohlen und 2025 kam es zu einem Datenleck). Leider ist dies immer noch recht gängig in der Szene, da gerade große, zentrale Plattform ein sehr interessantes Ziel für Hackergruppen darstellt.

Fazit: Für wen ist Crypto.com geeignet?

Crypto.com ist ideal für All-Rounder, die Krypto nicht nur handeln, sondern im Alltag nutzen wollen. Wer eine Plattform sucht, die Kaufen, Staken und Ausgeben (via Visa Karte) an einem Ort vereint, kommt an Crypto.com kaum vorbei. Besonders für Nutzer, die an das Wachstum des CRO-Ökosystems glauben und bereit sind zu staken, bietet die Plattform enorme Vorteile.

Für wen ist Crypto.com weniger geeignet?

Für reine (Day)trader, die kein CRO halten wollen, sind die Gebühren (0,50% Taker) zu hoch – hier sind OKX oder Binance günstiger. Auch wer absolute Souveränität ohne KYC sucht oder Angst vor Spread-Gebühren in der App hat, sollte lieber auf eine reine Exchange oder DEX ausweichen.

Zusammenfassung

  • Vorteile: Riesiges Ökosystem, sehr gute Visa-Debitkarte, gute Sicherheit, kostenlose SEPA-Einzahlungen, anfängerfreundliche App.
  • Nachteile: Hohe Standard-Gebühren auf der Exchange (ohne CRO Stake), versteckte Kosten durch Spread in der App, komplexes Belohnungssystem (Level Up / Karten-Tiers).

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Betreiber und Gründer von Kryptokenner.de. Ich beschäftige mich seit 2014 mit Kryptowährungen. Der freiheitliche, philosophische Gedanke von Bitcoin hat mich zuerst begeistert, doch erst einige Zeit später habe ich das Potential in der Blockchain-Technologie verstanden. Mein Ziel ist es euch das sichere Investieren und den Nutzen von Kryptowährungen näher zu bringen. Mehr zu mir und dem Blog.

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