Kryptowährungen kaufen und verkaufen klingt auf den ersten Blick einfach. Doch wie hoch sind eigentlich die Gesamtkosten, die bei jeder Transaktion anfallen und warum unterscheiden sie sich teils so deutlich von Anbieter zu Anbieter? Genau dieser Frage ist eine aktuelle Studie von Intas.tech nachgegangen, die verschiedene populäre, regulierte Plattformen miteinander verglichen hat.
Warum die tatsächlichen Krypto-Kosten oft unterschätzt werden
Gerade wenn du das erste Mal Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen kaufst, stehen oft einfache Apps im Vordergrund. Fast alle Anbieter werben mit niedrigen Gebühren oder sogar kostenlosem Handel. Doch der Teufel steckt im Detail: Neben den sichtbaren, klar ausgewiesenen Handelsgebühren gibt es weitere, teils versteckte Kostenarten, die den Unterschied machen. Wenn du nicht genau hinsiehst, kann aus einer scheinbar günstigen Transaktion schnell eine teure Angelegenheit werden – egal ob du 100 Euro, 500 Euro oder größere Beträge bewegst.
Die große Krypto-Kosten-Studie: Methodik und Anbieter im Überblick
Kürzlich hat Intas.tech in Zusammenarbeit mit Statista und der Frankfurt School of Finance eine umfassende Untersuchung veröffentlicht. Ziel war es, die wahren Kosten beim Kauf und Verkauf von Kryptowährungen über unterschiedliche App-basierte Plattformen zu messen.
Untersuchte Anbieter:
- Bitvavo
- Bison
- Kraken
- Trade Republic
- JustTrade
- N26
- FlatEX
- Coinbase
- Bitpanda
Dabei wurden bewusst nur solche Anbieter berücksichtigt, die zum Start des Untersuchungszeitraum (Juli 2025) bereits nach MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation) reguliert waren. Das garantiert einen Vergleich von seriösen und rechtskonformen Plattformen für den deutschen Markt. Einige bekannte Namen wie OKX oder Bybit fehlten noch, weil sie zum Startzeitpunkt keine Zulassung hatten.
Test-Bedingungen der Studie:
- Fokus auf einfach bedienbare Apps (nicht „Pro“-Versionen oder Desktop-Börsenoberflächen)
- Verschiedene Kryptowährungen (u.a. Bitcoin, Ethereum und Chainlink = die sogenannten Blue Chips)
- Test-VOLUMINA: 100€ und 500€ Orders (typisch für Sparpläne und Einsteiger)
- Überprüfung verschiedenster Handelszeiten und Situationen
- Betrachtung des „Roundtrip“-Faktors (also Kauf UND anschließender Verkauf)
Wichtige Begriffe kurz erklärt:
- Handelsgebühr: Die vom Anbieter direkt ausgewiesene prozentuale Gebühr je Transaktion.
- Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis zum selben Zeitpunkt („Brief-Kurs“ minus „Geld-Kurs“). Oft der größte versteckte Kostenblock, da hier der Kurs für dich als Kunden meist ungünstiger ausfällt als der echte Marktpreis.
Ergebnisse: So groß sind die Unterschiede wirklich
Die Auswertung der Studie ist für viele überraschend – insbesondere bei kleinen bis mittleren Beträgen. Die Gesamtkosten pro Roundtrip unterschieden sich zum Teil dramatisch:
- Es gab Anbieter mit Gesamtgebühren unter 1% pro Kauf-/Verkaufsvorgang.
- Andere Plattformen, gerade bekannte Namen wie Coinbase oder Bitpanda, verlangten effektiv 5–6% (bei 100€ Order sogar bis zu 8% Gebühren).
- Diese Unterschiede bleiben auch bei erhöhtem Ordervolumen bestehen, nehmen aber ab (z.B. bei Coinbase sinken sie von knapp 8% auf unter 5% beim 500€ Order). Bei den meisten Plattformen bleibt die Gebührenstruktur aber weitgehend konstant.
Gerade als Neuling, der vielleicht nur mit 100 oder 500 Euro startet, können diese Gebühren also einen erheblichen Teil der Investitionssumme auffressen. Und: Wer langfristig regelmäßig investiert (Stichwort Sparplan), erlebt diesen Kostenvorteil oder -nachteil viele Male.
Kostenfaktoren im Detail: Handelsgebühr und Spread
Nehmen wir zwei Beispiele aus der Praxis:
- Kraken App: Wirbt mit 1% Handelsgebühr pro Trade, ergibt also 2% für Roundtrip (Kauf & Verkauf). Der effektive Spread kann allerdings noch dazukommen und beträgt ca. 2%, sodass die Gesamtkosten über 4% liegen können.
- Bitvavo: Sehr niedrige Handelsgebühren (0,25% pro Trade/0,5% für Roundtrip), dazu ein extrem geringer Spread (0,03%). Damit kommt Bitvavo effektiv deutlich günstiger weg.
Gerade der Spread ist tückisch, da er selten klar kommuniziert wird und sich je nach Marktvolatilität und Ordergröße verändert. Bei Bitvavo ist der Spread verschwindend gering, bei anderen Anbietern sind es jedoch ein beachtlicher Teil der Kosten.
Warum ist das so unterschiedlich?
Viele Apps verschleiern hohe Kosten hinter einem „schlechteren Kurs“ beim Kauf und Verkauf. Dort steht dann zwar vielleicht „keine Gebühr“, dafür ist der Wechselkurs erheblich schlechter als z.B. auf den echten Börsen. Für dich als Nutzer zählt aber nur, wie viel du am Ende für dein Geld bekommst – und das ist der Gesamtbetrag aus Gebühr plus Spread.
Worauf solltest du bei der Anbieterwahl achten?
Gerade als Einsteiger solltest du nicht nur auf die Oberfläche oder Werbung eines Anbieters schauen, sondern die effektiven Kosten pro Transaktion ermitteln. Sammle Informationen zu folgenden Punkten:
- Welche Gebühren werden explizit ausgewiesen (Handelsgebühren, Transaktionskosten)?
- Wie sieht der Spread aus? Das kannst du selbst prüfen, indem du auf Anbieterwebseiten den angezeigten Kauf- und Verkaufspreis vergleichst.
- Nutzt du eine App oder ein Pro-/Desktop-Interface? Fortgeschrittene Funktionen (z.B. bei Kraken Pro oder Coinbase Advanced) bieten oft deutlich bessere Konditionen, setzen aber etwas mehr Einarbeitung voraus.
- Wie transparent kommuniziert der Anbieter alle Kosten? Gute Plattformen machen alle Preise und Gebühren einfach nachvollziehbar.
Tipp: Wenn du regelmäßig Sparpläne einrichtest, lohnt sich der Vergleich besonders. Bei kleinen Summen machen prozentuale Unterschiede viel aus.
Ein Blick auf die Studie: Kritik und Anregungen
Die Studie setzt einen wichtigen Impuls zur Transparenz – trotzdem bleiben offene Punkte:
- Es fehlen einige inzwischen MICA-regulierte Anbieter.
- Getestet wurden nur kleine Volumina (100/500€), größere Orders wie sie von fortgeschrittenen Anlegern getätigt werden, könnten andere Kostenstrukturen haben.
- Es wurden ausschließlich App-basierte Produkte getestet, nicht die oft günstigeren Desktop-/Pro-Versionen.
Das alles schmälert jedoch nicht die Kernaussage: Gerade wer als Anfänger auf einfache Apps setzt, muss Gebühren und Spreads besonders sorgfältig vergleichen.
Wer günstig kauft, spart bares Geld
Die wichtigsten Learnings aus der Studie sind klar:
- Prüfe immer die Gesamtkosten aus Handelsgebühr und Spread!
- Lass dich nicht von Marketing („Null Gebühren“) oder Hochglanz-Apps blenden.
- Bitvavo schneidet in der Studie als besonders günstiger und transparenter Anbieter ab, nicht nur was Kosten, sondern auch Benutzerfreundlichkeit angeht.
- Die Wahl des richtigen Anbieters kann erhebliche Konsequenzen für deine Rendite haben – gerade bei vielen, regelmäßigen Transaktionen.






